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Univ.-Dr. med. Timo Stöver

Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Univ.-Prof. Dr. med. Timo Stöver ist Experte weil:

Hören ermöglicht Sprache. Sprache ermöglicht Kommunikation. Kommunikation ist die fundamentale Basis gesellschaftlichen Lebens, sei es in der Familie oder in der Öffentlichkeit. Wer sein Gehör verliert, wird oft einsam. Menschen zu helfen, ihre Hörfähigkeit und, oft damit verbunden, ihre Lebensfreude wiederzuerlangen, steht im Mittelpunkt meiner Arbeit. Auch nach fünf, zehn oder zwanzig Jahren der Gehörlosigkeit gibt es eine faire Chance, das Hören wieder zu erlangen. Das müssen die Betroffenen erfahren.

Für Univ.-Prof. Dr. med. Timo Stöver bedeutet die Initiative:

Meine Tätigkeit als Beirat dient dem Zweck, Aktivitäten rund um das Thema „Wiederherstellung des Gehörs“ zu unterstützen. Durch die Konfrontation mit vielen Einzelschicksalen hörgeschädigter Patienten möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, die Erfolge moderner Behandlungsmöglichkeiten eines Hörverlustes bekannt zu machen. Leider erfahren auch heute noch zu viele Patienten oft erst sehr spät von der Therapie eines Hörverlustes mithilfe von Hörimplantaten. Mit der Initiative „Endlich Wieder Hören“ stellt sich erstmals die Möglichkeit, diese Informationslücke zu schließen und betroffene Patienten früh und umfassend zu informieren. Dieses möchte ich gerne unterstützen.

Sowohl die Lehre als auch der intensive Kontakt mit Patienten sind sein „täglich Brot“: Als Direktor der Klinik für HNO-Heilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt bleibt Prof. Timo Stöver immer am Puls der Entwicklung von neuesten Hörlösungen. Dem erfahrenen Spezialisten für Cochlea-Implantation ist besonders wichtig, dass die ehemaligen Patienten der Klinik verbunden bleiben: „Für uns ist die Arbeit nicht mit der Implantation getan, sondern wir sehen uns weiterhin als Ansprechpartner, auch Jahre danach“, sagt Stöver. Das Hörenlernen beginne ja erst mit der Operation.
Darum gibt es an der Klinik auch außergewöhnliche Angebote – zum Beispiel Musiktherapie in Kooperation mit der Oper Frankfurt. Eine Spezialität an seiner Klinik ist auch die besonders schonende Operationsmethode: „Wir arbeiten mit extra feinen Elektroden und führen diese besonders langsam, unter Cortison, in die Cochlea ein“, erzählt Stöver. „Die Erfahrung unserer Chirurgen spielt dabei die entscheidende Rolle.“

Das Restgehör möglichst zu schützen und zu nützen, hat auch in der Wahl der Behandlung für die Frankfurter Ärzte Priorität: CI und Hörgerät werden, wenn möglich, durchaus kombiniert: „In schwierigen Situationen, etwa bei lauten Umgebungsgeräuschen oder beim Richtungshören, sind diese Patienten klar im Vorteil“, sagt der Fachbeirat.

Wie gut sich seine Patienten nach der Implantation entwickeln, ist für Stöver immer wieder erstaunlich. Er freut sich über alle Rückmeldungen von ihnen, denn „nur so lernen auch wir Ärzte immer weiter dazu“.

Im Interview erklärt Prof. Timo Stöver was er sich von der Entwicklung moderner Hörlösungen erhofft, wie er den Leidensweg seiner Patienten erlebt und warum er auch bei 90 Jahre alten Betroffenen noch ein CI anbieten würde.