Initiative Endlich Wieder Hören

Initiative Endlich Wieder Hören

Botschafter Adolf aus Steyr (Österreich)

Adolf, Jahre aus Steyr in Österreich ist pensionierter Augenarzt.
Das Cochleaimplantat wurde ihm im Mai 2014 ins rechte Ohr implantiert.

Adolf ist Botschafter weil:

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Hörimplantat und kann nur jedem empfehlen, diesen Weg zu gehen. Denn der Unterschied ist einmalig. Ich kann wieder zu 100 Prozent hören. Und genau diese Erfahrung möchte ich mit Betroffenen teilen und ihnen Mut machen.

Erfahrungsbericht Adolf

Weitere Informationen

Erfahrungsbericht Adolf

1. Wann und warum ist Dein Hörverlust aufgetreten? Wie stark ist Dein Hörverlust?
Die ersten Probleme mit den Ohren traten vor ungefähr 20 Jahren auf, als ich einen beidseitigen Hörsturz hatte. Nach der Behandlung konnte ich wieder hören – als ob nie etwas gewesen wäre. Einige Jahre später hat mein Hörvermögen, vor allem auf der rechten Seite, abgenommen und ich habe 2000 ein Hörgerät bekommen – 2003 schließlich auch für das linke Ohr. November 2013 erlitt ich rechts erneut einen Hörsturz. Das Resultat war, dass ich Anfang 2014 auf dem Ohr nichts mehr hören konnte.

2. Was dachten Du und Deine Familie, als Ihr realisiert habt, dass Du von Hörverlust betroffen bist?
Es war für die ganze Familie nicht ein allzu großer Schock, denn ich hatte ja seit 20 Jahren Probleme mit dem Gehör, was sich zunehmend verschlechtert hat. Da meine Kinder Ärzte sind, konnten sie gut mit der Situation umgehen und mich unterstützen.

3. Wie hast Du persönlich den Hörverlust empfunden?
Im ersten Moment war ich natürlich etwas schockiert, da ich die genaue Ursache nicht kannte und mir bewusst wurde, dass der Zustand dauerhaft sein könnte. Ein Tumor wurde röntgenologisch ausgeschlossen und die Diagnose lautete Innenohrschwerhörigkeit (Ertaubung) rechts. Als ehemaliger Arzt wusste ich was zu tun ist und beschäftigte mich mit der Option Hörimplantat.

4. Wie wurdest Du von Ärzten, Freunden oder der Familie unterstützt?
Ich wurde von meinem HNO-Arzt sehr gut beraten und begleitet. Dieser hat mich gleich an Dr. Keintzel überwiesen, der mich über alle Details der OP und der Nachbehandlung informiert hat. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt. Falls ich beispielsweise Probleme mit meinem Implantat habe, kann ich mich auch noch Monate nach der OP an die Logopädin des Klinikums Wels wenden.

5. Wann und wie erfuhrst Du von der Möglichkeit eines Hörimplantats?
Da ich Mediziner bin, war ich bereits recht ausführlich über die Möglichkeiten von Hörimplantaten informiert. Ich habe meinen HNO-Arzt direkt darauf angesprochen und gefragt, ob die Option in meinem Fall infrage käme. Ich hatte also einen Vorteil gegenüber Patienten, die vorher noch nie mit dem Thema in Berührung gekommen sind.

6. Was hat sich seit Deiner Implantation verändert? Was genießt Du am meisten am wieder Hören?
Nach bereits zwei Wochen konnte ich alles wieder gut verstehen. Da ich eine Zeitlang nur auf einem Ohr etwas gehört habe, war es ein einprägendes Erlebnis, alles wieder in Stereo zu hören. Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, wie wenig ich vorher verstehen konnte.

7. Hat Dein Hörverlust und später das Implantat Auswirkungen auf Dein Leben? Und wenn ja, inwiefern?
Dank des Implantats kann ich viel mehr Dinge wieder genießen – wie problemlos Radio hören oder Fernzusehen, ohne die Lautstärke wer weiß wie hoch einzustellen. Wenn ich spazieren gehe, höre ich die Vögel klar und deutlich zwitschern oder auch das Rascheln von Laub. All diese Laute sind mir vorher entgangen. Ich freue mich jedes Mal darüber, wie viel mehr ich von der Welt mitbekomme. Außerdem merke ich es gleich, wenn mich jemand anspricht. Wenn Leute nicht wissen, dass jemand schlecht hört, kann es schnell zu Missverständnissen kommen.

8. Wie empfandest Du den Lernprozess und die Reha nach der Implantation?
Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden, da ich direkt nach der Implantation bemerkbare Fortschritte gemacht habe. Da ich mich sehr schnell für ein Hörimplantat entschieden habe, war der Zeitraum, währenddessen ich auf dem rechten Ohr taub war, sehr kurz. Insgesamt waren das nur vier Monate. Je kürzer diese Periode ausfällt, desto besser ist das für den Rehabilitationsprozess. Die einzige Herausforderung in meinem Fall war, die richtige Einstellung zu finden, da ich links ein Hörgerät trage. Ich musste zu zwei Akustikern gehen, um die Lautstärke beider Geräte aufeinander abzustimmen.

9. Hast Du konkrete Tipps für Betroffene und deren Umfeld, wie man Betroffenen den Alltag leichter machen kann?
Damit sich auch wirklich ein Erfolg einstellt, rate ich jedem, das Hörimplantat stets zu nutzen. Denn nur wer den Lern- und Erhaltungsprozess konsequent durchzieht, kann profitieren. Ich kann wieder so gut hören wie früher. Wer Probleme mit seinem Implantat hat, sollte außerdem gleich zum Akustiker gehen. Eine kleine Einstellungsänderung kann viel ausmachen.