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Hörimplantat

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FAQ

Hier finden Sie oft gestellte Fragen zum Thema Hörverlust und nützliche Tipps im Umgang mit Schwerhörigkeit.

Hörverlust

Hörverlust ist oft ein schleichender Prozess, der nicht immer sofort erkannt wird. Er kann aber auch plötzlich in Folge einer Erkrankung (z.B. Meningitis) auftreten.

Folgende Anzeichen können auf einen Hörverlust hinweisen:

  • Es fällt Ihnen schwer, Gesprächen mit mehr als zwei Personen zu folgen.
  • In lauterer Umgebung verstehen Sie andere Menschen nur schwer (Arbeit, Restaurant).
  • Sie haben Probleme, hohe Töne wie zum Beispiel Kinderstimmen oder Vogelgezwitscher zu hören. Die Stimmen von anderen Menschen scheinen gedämpft.
  • Sie müssen Musik und Fernsehen lauter als andere drehen, um gut zu verstehen.
  • Sie leiden unter konstanten Ohrgeräuschen, wie z.B. einem Klingeln im Ohr.

Für eine erste Einschätzung kann auch ein Online-Hörtest helfen.

Enge Freunde und die Familie spielen ebenfalls eine große Rolle: Sie sagen offen und ehrlich ihre Meinung und teilen ihre Eindrücke – auch, wenn sie einen Hörverlust bei anderen bemerken. Umso wichtiger ist es, ihre Beobachtungen und Aussagen ernst und diese als Anlass für einen Besuch beim HNO-Arzt zu nehmen.

Es ist nicht ratsam, einen Hörtest auf die lange Bank zu schieben, denn je früher eine Hörschwäche diagnostiziert wird, desto besser wird das Ergebnis mit Hörhilfe sein.

Hörverlust ist nicht gleich Hörverlust. So wird zwischen leichtem, mittlerem, schwerem und hochgradigem Hörverlust unterschieden. Bei vielen Betroffenen erstreckt sich der Hörverlust zudem nur auf bestimmte Frequenzen. In unserem Audiogramm haben wir verschiedene Grade von Hörverlust aufbereitet:

Bei Verdacht auf Hörverlust ist es wichtig, sich rasch an einen HNO-Arzt zu wenden. Eine schnelle Diagnose durch einen Spezialisten kann sich bei der Behandlung des Hörverlustes positiv auswirken.

Ein häufiger Grund für Hörverlust ist die sogenannte Schallempfindungsstörung, hervorgerufen durch die Schädigung der Haarzellen im Innenohr. Dies geschieht häufig durch zu laute Geräusche. Deshalb sollte man generell sein Gehör in lauter Umgebung, wie bei der Arbeit mit Maschinen, zu laut eingestellten MP3 Playern oder Konzerten, schützen. Die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit sind Ohrschutzstöpsel, die den Schall dämpfen. Der Nachteil: die Geräusche werden allgemein dumpfer wahrgenommen.

Musiker, die auch feine Klang-Nuancen wahrnehmen müssen, bevorzugen „maßgeschneiderte Lösungen“. Diese individuell ans Ohr und auf Dezibel angepassten Lösungen sind kaum sichtbar, lassen Töne „klar“ klingen und reduzieren die Umgebungslautstärke gleichermaßen. gehoerschutz-versand.de

Auch Krankheiten, wie eine Mittelohrentzündung oder Meningitis, können zu Hörverlust führen. Hier gilt es, schnell einen Arzt aufzusuchen und die Krankheit ernst zu nehmen.

Hörimplantat

Hörgeräte können oft die leichten bis mittleren Formen der Schwerhörigkeit ausgleichen. Je nach Indikation können Experten bei mittlerem, schwerem und hochgradigem Hörverlust ein Implantat empfehlen. Es kommt jedoch auch für Personen in Frage, die aus bestimmten Gründen kein Hörgerät tragen können oder wenn dieses nicht die gewünschten Hörergebnisse erzielt.

In Österreich und Deutschland fallen bei entsprechender Indikation für die Patienten keine Kosten an, diese werden für das Implantatsystem und die Operation übernommen. In Deutschland zahlt die Krankenkasse auch die Batterien, in Österreich müssen Nutzer dafür – wie bei Hörgeräten – selbst aufkommen. Die Rehabilitation ist ebenfalls kostenmäßig gedeckt.

Ein konventionelles Hörgerät verstärkt akustische Signale im Gehörgang und leitet diese über das Mittelohr an das Innenohr weiter. Hörgeräte können so oft die leichten bis mittleren Formen der Schwerhörigkeit ausgleichen. Eine Voraussetzung für ein Hörgerät ist ein funktionierendes Innen- und Mittelohr, auch wenn dieses eingeschränkt ist.

Hörimplantate eignen sich hingegen auch für Menschen mit nicht mehr funktionierendem Innenohr, da Implantate dort direkt ansetzen und Impulse an den Hörnerv übermitteln. Im Gegensatz zu Hörgeräten können Hörimplantate nicht nur Probleme im Außenohr, sondern auch im Mittel- und Innenohr überbrücken.

Je nach Indikation können Experten bei mittlerem, schwerem und hochgradigem Hörverlust ein Implantat empfehlen. Es kommt jedoch auch für Personen in Frage, die aus bestimmten Gründen kein Hörgerät tragen können oder wenn dieses nicht die gewünschten Hörergebnisse erzielt.

Das kommt ganz darauf an, wie viel Restgehör vorhanden ist. Wenn Klänge und Sprache noch deutlich differenziert werden können und ein leichter Hörverlust vorliegt, dann kann ein Hörgerät – also die reine akustische Verstärkung von Tönen, wie bei einem Lautsprecher – durchaus sinnvoll sein. Wenn allerdings Haarzellen im Innenohr beschädigt sind und beispielsweise Töne in ihrem Charakter oder Sprache nicht mehr differenziert wahrgenommen werden können, dann hilft dem Gehör die reine Verstärkung der Signale nicht weiter und es braucht Unterstützung – ebenso wie bei Taubheit. Hier können unterschiedliche Hörimplantate dem Gehör helfen, wieder hören zu lernen. Ein Hörimplantat kann aber auch dann sinnvoll sein, wenn aus medizinischen Gründen kein Hörgerät getragen werden kann.

Cochleaimplantat-Systeme wurden für Menschen mit schwerer bis völliger Innenohrschwerhörigkeit entwickelt. Sie stimulieren mittels elektrischer Impulse direkt die Nervenfasern der Gehörschnecke (Cochlea). Der Hörnerv übermittelt diese Signale dann an das Gehirn, wo sie als akustische Ereignisse wahrgenommen werden. Das Cochleaimplantat stellt somit erstmalig den Ersatz eines menschlichen Sinnesorganes dar. In diesem Video wird die Funktionsweise erklärt.

Ein Knochenleitungs-Implantat überträgt Schall als Schwingungen auf den Knochen hinter dem Ohr. Diese Schwingungen werden vom Knochen zum Innenohr geleitet. So werden Probleme im Außen- und Mittelohrbereich, die den natürlichen Weg des Schalls behindern, umgangen. Dieses System eignet sich für Personen mit Schallleitungs- und kombiniertem Hörverlust oder einseitiger Taubheit. Hier finden Sie mehr Informationen.

Mittelohr-Implantate versetzen die Gehörknöchelchenkette auf mechanische Weise direkt in Schwingungen. Hierbei bleibt der Gehörgang frei. Die Schwingungen können verstärkt und entsprechend angepasst werden, um so die verschiedenen Arten und Grade von Hörverlust auszugleichen. In diesem Video wird die Funktionsweise dargestellt.

EAS steht für „elektrisch akustische Stimulation“. Das EAS-Hörimplantatsystem wurde speziell für Personen entwickelt, die hohe Töne nicht mehr hören, tiefe Töne allerdings schon noch. Dieser Hörverlust wird als partieller Hörverlust bezeichnet. EAS vereint die Cochlea-Implantat-Technologie und Hörgerätetechnik in einem System. So werden akustische und elektrische Schallinformationen parallel verarbeitet: Das Cochlea-Implantat wandelt Alltagsgeräusche in kodierte elektrische Pulse um. Diese Pulse stimulieren den Hörnerv. Gleichzeitig wird durch die akustische Verstärkung die Lautstärke derjenigen Schallinformationen, die der Betroffene noch hören kann, erhöht. Das Gehirn interpretiert diese Signale als akustische Ereignisse. Dieses Video erklärt die Funktionsweise der elektrisch akustischen Stimulation.

Hirnstamm-Implantatsysteme eignen sich für Menschen ohne funktionierenden Hörnerv. Ohne Hörnerv kann Schall nicht mehr an das Gehirn weitergeleitet werden. Eine häufige Ursache dafür sind Tumorerkrankungen. Mit dem Hirnstamm-Implantat wird das Hörzentrum im Gehirn, der sogenannte Hirnstamm, direkt stimuliert und somit der Hörnerv umgegangen. Auch Personen, die ohne (funktionierende) Hörnerven geboren wurden, kann so das Hören ermöglicht werden.

Für Personen mit Schallleitungsschwerhörigkeit gibt es eine implantationsfreie Knochenleitungslösung, die keinen Druck auf die Haut ausübt. Dieses Knochenleitungshörsystem überträgt Schall als Vibrationen auf den Schädelknochen. Mittels Knochenleitung gelangen die Schallinformationen zum Innenohr und ans Gehirn.

Ja, Hörimplantatsysteme können für Personen jedes Alters eine wirksame Lösung sein. Experten raten dann zur Implantation, wenn Hörgeräte das Hören nur eingeschränkt ermöglichen oder Betroffene ein Hörgerät nicht verwenden können.

Ja, Cochlea-Implantate sind auch für Kinder geeignet. Eine Implantation kann sogar bereits im Säuglingsalter stattfinden. Das sogenannte Neugeborenen-Screening nach der Geburt hilft frühzeitig Hörschwächen und Hörbeeinträchtigungen festzustellen. Eine rasche Diagnose der Hörschwäche ist sehr wichtig, da das Hören in besonders engem Zusammenhang mit der frühkindlichen Entwicklung steht. Schon vor dem Erlernen der Sprache ist die auditive Aufnahmefähigkeit unseres Gehirns besonders hoch. Daher ist es wichtig, Kinder mit Hörverlust möglichst früh mit Cochlea-Implantat-Systemen zu versorgen, um ihnen die bestmögliche hörsprachliche Entwicklung zu ermöglichen.

Das Einsetzen eines Hörimplantats ist für erfahrene HNO-Chirurgen Routine und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Eingriff dauert lediglich ein bis zwei Stunden. In der Regel kann der Patient das Krankenhaus bereits nach drei bis fünf Tagen verlassen. Experten sprechen sich in verschiedenen Studien klar für eine Implantat-Versorgung auch von älteren Erwachsenen aus: Die Komplikationsrate ist auch bei Menschen über 60 gering. Jedoch muss im Vorfeld wie bei jeder anderen Operation der allgemeine Gesundheitszustand überprüft werden, um mögliche Risiken auszuschließen. Eine detaillierte beispielhafte Beschreibung der Operation hat das Deutsche Hörzentrum Hannover erstellt.

Das Ohr gehört zu den empfindlichsten und komplexesten Organen des Menschen. So wird dem Ohr eine Pause nach der Operation gegönnt und erst nach ca. zwei bis vier Wochen die sogenannte Erstanpassung vorgenommen. Dabei wird der Audioprozessor zum ersten Mal angesetzt und zuerst leise eingeschaltet, um das Ohr an die neue Situation zu gewöhnen. Das Gehirn muss nun erst wieder lernen „zu hören“. Das heißt, es muss lernen die Signale des Hörimplantats umzuwandeln und zu verarbeiten. Hat sich das Gehirn an den neuen Reiz gewöhnt, wird der Audioprozessor langsam an die individuell optimale Einstellung angepasst. Eine regelmäßige Reha-Therapie, in der das aktive Hören eine entscheidende Rolle spielt, ist eine wichtige Voraussetzung für ein optimales Hörergebnis. Besonders zu Beginn kann es für den Nutzer anstrengend sein, die neuen Höreindrücke zu verarbeiten; deswegen gilt hier: Übung macht den Meister.

Da Hören immer eine subjektive Wahrnehmung ist, die sich über die Zeit auch verändert, ist es schwierig, Hörerlebnisse zu vergleichen. Wie gut jeder einzelne mit einem Hörimplantat hören kann, hängt auch stark von der eigenen Motivation und Mitarbeit ab: So kann mit Hörtrainings und Reha-Therapien das bestmögliche individuelle Hörvermögen erzielt werden. Es gibt hierzu viele Hör-Übungs-CDs.

Das Ausüben der meisten Sportarten ist für Träger von Hörimplantaten unproblematisch. Einzige Ausnahme stellen einige Kampfsportarten dar, da das Implantat durch Stürze und heftige Schläge auf den Kopf beschädigt werden kann.

Implantathersteller bieten ansonsten Accessoires an, die den Prozessor sicher am Kopf halten: etwa Stirnbänder oder spezielle Aktiv-Trageoptionen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wenn Sie auch im Wasser nicht aufs Hören verzichten möchten, schützen Sie Ihren Prozessor mit wasserdichten Schutzhüllen, die die Implantathersteller anbieten.

Tinnitus

Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Geräusche im Ohr, die nur der Betroffene selbst wahrnimmt und wofür es keine externe Schallquelle gibt. Meist wird ein hoher Pfeifton, ein Summen oder auch Rauschen auf einem Ohr wahrgenommen. Ferner wird zwischen einem akuten und chronischen Tinnitus unterschieden. Akuter Tinnitus hält Tage oder Wochen an – chronischer hingegen Monate und Jahre.

Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmethoden wie die akustische Stimulation, medikamentöse Therapieverfahren oder auch verhaltenstherapeutische Ansätze. Eine andere Möglichkeit der Reduzierung oder sogar Genesung von Tinnitus bei Menschen mit mindestens einseitiger Taubheit, ist die Einsetzung eines CI. Hierzu wurde das erste Mal u.a. von Prof. Van de Heyning eine Studie in Belgien durchgeführt, die hier einen positiven Zusammenhang bestätigt: Damit konnte Tinnitus bei den untersuchten Personen auf lange Sicht sehr stark reduziert werden.

Die von Tinnitus betroffenen Menschen gehen unterschiedlich mit dieser Situation um. Viele können diesen im Alltag gut kompensieren und ausblenden. Zur Unterstützung im Alltag können unterschiedliche Therapien, wie die Musiktherapie angewandt werden. Andere wiederum fühlen sich durch Tinnitus beeinträchtigt. Im schlimmsten Falle kann es hierbei zu Folgeschäden, wie zum Beispiel Schlafstörungen oder Arbeitsunfähigkeit kommen. Es ist in jedem Fall ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. In Absprache können dann verschiedene Behandlungen ausprobiert werden.

Tinnitus kann aus verschiedenen Gründen auftreten: Lärmbelastung, Stress, in Folge einer Krankheit, Innenohrverletzung usw. Neue Forschungen haben ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen der Reduzierung von Tinnitus und dem Einsatz von CIs gibt. In der Studie „On the necessity of full length electrical cochlear stimulation to suppress severe tinnitus in single-sided deafness“ u.a. von Herrn Prof. van de Heyning wurde festgestellt, dass Patienten bis ca. 6 Monate nach der Implantation eine große Veränderung wahrnehmen und der Tinnitus deutlich reduziert werden konnte.

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